Lebenslauf

Kurzlebenslauf

Franz Anton Schmider, geb. 11.7.1817 in Zell a.H.
(Die Mutter entbindet während einer Wallfahrt zur Maria zu den Ketten.)

Bis zum 9 Lebensjahr in Biberach. Die Eltern:
Wenzel Schmider aus Unterharmersbach,
Kreszensia Krayher aus Biberach sind Hafner und sog. Halbbauern.
Die Mutter legt schon früh großen Wert auf Bildung und gute Umgangsformen.

Um 1830 Umzug nach Zell zusammen mit der Schwester und den Eltern. Diese werden Fabrikhafner in der aufblühenden Porzellanfabrik. Franz Anton muss, wie damals üblich neben der Schule auch schon in der Fabrik mithelfen.

„Fabrikant Lenz“ (Nach Jakob.- Ferd.  Lenz ist jetzt der Neffe Gottfried – Ferdinand Lenz aus England der Fabrikbesitzer) erkennt das Talent des Jungen und nimmt in nach der Schulzeit in das Atelier der Modelleure auf.

Seine Arbeiten werden auf Ausstellungen mit Preisen ausgezeichnet. Er verdient gutes Geld und macht Karriere. Die Spitznamen, die er im Lauf der Zeit bekommt, beschreiben ein wenig seinen Aufstieg:

– Als Schüler: Der Schatullen-Toni
– Als Lehrling: Der Modell – Schmider
– Als Modelleur: Der Herr Schmider
– nach seiner Strassburg-Reise: „Graf Magga“

Er und vor allem auch seine Mutter werden Jahr nach der Straßburg Reise in der Zeller Fastnacht parodiert. Er weicht dem nicht aus, sondern wird ein Jahr später der sog. „Fastnachtskönig“ und als solcher Festspielleiter. Er löst mit dessen Unterstützung seinen Onkel  Es kommen Shakespeare- Adaptionen zur Aufführung (Der aus England stammende Lenz versorgt Schmider mit der Originallektüre) und es finden nicht mehr Parodien auf lebende Personen statt, die „durch den Kakao gezogen werden“

Graf Magga heiratet die Tochter der Haushaltsvorsteherin des Fabrikanten Lenz und wird erster Mann neben Lenz mit Prokura. (Die wahren Verwandtschaftsverhältnisse sind im Originaltext verborgen bzw. verschlüsselt, da es sich bei Emilie Dreutler um die uneheliche Tochter von Lenz handelt.)

Sie bekommen ein Wohnhaus als Hochzeitsgeschenk (Wie wir wissen neben der alten Waschkuchi der heutige Bärenkeller, ehemals Haus Baitsch)

Die badische Revolution: 1848 läuft Schmider ein Stück mit gen Karlsruhe, ist aber bald wieder daheim. Ds er nur ein „Gemeiner“ war, geht die Episode auch spurlaos an ihm vorüber.

Der Graf Magga ist in Zell nicht nur überaus bekannt, sondern auch beliebt. Er engagiert sich sozial, macht sich den Wahlspruch „Ich dien’“ zu eigen. In diesem Sinne nimmt er an allen Hochzeiten und auch Beerdigungen seiner Mitbürger teil.
Er wird Mitglied des Kirchen- und Stifungsrates.

Zu dieser Zeit (1856-1862) gibt es in Zell einen Pfarrverweser der mit der Taufe unehelich geborene Kinder stigmatisiert, indem er alle unehelichen Jungen auf den Namen „Justus“ und die unehelich geborenen Mädchen „Bibiana“ tauft.
Schmider übernimmt Patenschaften für uneheliche Kinder und sorgt dafür, dass Namen eingetragen werden, die die Mütter wünschen.

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere wird er zum Aussteiger, verschwindet und taucht zwei Jahre später in Paris wieder auf. Seine Frau und Kinder werden vom Fabrikherrn unterstützt, solange sich die Frau vom „Grafen“ lossagt. Doch diese reist nach Paris und holt ihn heim. Vom Fabrikherrn ist er verstoßen und findet sich vorerst in bitterer Armut wieder:

Schmider rafft sich auf, er besinnt sich auf seine Fähigkeiten und experimentiert mit feuerfester Keramik. Gründet eine kleine Fabrikation auf dem Gelände der Feldspatmühle, er hat das Know How, aber nicht das Geld. Die Finanziers übernehmen den Betrieb, der Grundstein zur Unteren Fabrik war gelegt.

Er macht weitere Erfindungen und betätigt sich auf anderen Gebieten. Es ist die Rede von Zigarrenfabrikation, Textilfabrikation, Patent – Pferdekummet bis hin zu Patenthosenträgern.

Als seine Frau Emilie 1880 stirbt hat er noch nicht das Geld für einen Grabstein. Erst Jahre später mit dem Tod von Lenz, bekommt er Geld aus dem Erbe für Emilie.
( Lenz hatte die Fabrik bereits verkauft und in Bern seinen Lebensabend verbracht)

1883 zweite Heirat mit der 30 Jahre jüngeren Tochter des Wirts vom badischen Hof, Luise Kern in Biberach, Hochzeitsreise nach Wien.
Sie wandern aus nach New York, betreiben ein Hotel, welches schlecht läuft.
Kehren zurück nach Deutschland, pachten Gasthof Wilder Mann in Villingen und die Gäste kommen gern zu ihm, da er als welterfahrener Mann vieles zu erzählen hat.

Kauft die Bahnhofsrestauration in Marbach bei Villingen und betreibt diese bis zu seinem Tod 1891 im Alter von 74 Jahren.