Woher kommt der Name Magga ?

So kam ich zu Namen und „Titel“ Graf Magga

1838 beschloß ich, gerade 21jährig und mit gut gefülltem Geldbeutel, auch einmal wie die hohen Herrschaften zu reisen und einen Ausflug zu machen.

Gemeinsam mit zwei Freunden mietete ich eine vierspännige Postkutsche in Stöcken. Dort spielten wir dem Posthalter Schweiß die „gräfliche Herrschaft“ vor. Dieser ärgerte sich fast schwarz, als er über den Schwindel aufgeklärt wurde; der Streich, den ihm die „Fabrikler“ aus Zell spielten. – Wir lachten uns eins.

Zusammen mit Dreher-Mathis und Uhren-Gromer fuhr ich also los gen Straßburg und wir machten Halt in Gengenbach. Dort spielte sich eine Szene ab, die Heinrich Hansjakob in seinen Erzählungen „Bauernblut“ 1896 so beschreibt:

„… aber ehe das Dejeuner aufgetragen wurde, fiel ihm ein, daß man in Stellungen, wie die seinige, zuerst mit einem feinern Wein beginne. Er hatte nun schon gelegentlich gehört von einem Dessertwein aus Spanien, aber den Namen nicht richtig behalten. Er rief nun pathetisch dem Salmenwirt, der natürlich die ganze Gesellschaft nicht kannte, zu:

Wirt, bringen sie uns drei Glas Magga !


Entschuldigen Sie, Herr Baron, Magga habe ich keinen, aber Malaga“ antwortete der Wirt.

„Ja, Malaga wollt‘ ich sagen; hab mich versprochen,“

meinte kleinlaut der Graf.

In den nächsten Tagen erzählt der Uhren-Gromer in Zell, wie vornehm der Schmieder sich als Graf gegeben und wie er schon in Stöcken den hochmütigen Post-Schweiß klein gemacht habe. Aber er erzählt auch, der Mephisto, wie der Graf sich einmal blamiert und statt Malaga Magga bestellt habe.
Auf diese Kleinigkeit warf sich nun die Zeller Volksseele, und in kurzem hieß der ehemalige Schatullen-Toni, der jetzige Modell-Schmieder, in Zell und „rings um Zell rum“ der Graf Magga. Und so hieß er, so lange er in Zell lebte und wirkte, und so heißt er heute noch bei allen Kinzigtälern, die ihn kannten.

Aber seine Grafen-Fahrt und der Titel, den er dabei sich geholt, wurden Veranlassung, sein Genie auf einem Gebiet leuchten zu lassen, auf dem er sich bis dahin noch nicht versucht hatte. … “

(H. Hansjakob, Bauernblut, Seite 34 f)

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